Prunkstiege Haus Schubertring 5-7, 1010 Wien

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Das als Luxushotel genutzte Objekt wurde ehemals als Adelscasino zwischen 1866-67 von Johann Romano von Ringe und August Schwendenwein von Lanauberg als streng-historistisches Gebäude im Stil der Neu-Wiener-Renaissance erbaut. Die malerische Gestaltung im Stiegenhaus geht auf den österreichischen Porträt- und Historienmaler Friedrich Schilcher zurück. Im Laufe des 20. Jh. erfuhr das Stadtpalais im Inneren aufgrund diverser Neu- und Umnutzungen mehrere Umbauten.
Größere Umbauarbeiten in den 1950er Jahren verursachten neben Eingriffe in die Bausubstanz auch gravierende Wasserschäden, die sich über sämtliche Geschoße der Prunkstiege erstreckten.


Die Restaurierungsmaßnahmen der Firma Denkmalpflege GmbH bezogen sich daher auf die Prunkstiege des Hauses. Die Schadensbilder waren unterschiedlicher Natur:
Fielen am zentralen Deckenölbild und den in Schablonen-Technik und Leimfarben ausgeführten al secco-Deckenspiegeln lediglich teilweise feine Risse und Haarrisse auf, so waren einzelne Gesimse und Frieszonen mit bronzierten Festons durch den Wasserschaden schwerer in Mitleidenschaft gezogen.
Das Schadensausmaß reichte hier von großflächigen Wasserflecken und Abplatzungen, teilweise verbunden mit Totalverlust der Maloberfläche, bis hin zu unsachgemäßen Retuschen und Kittungen aus einer vorangegangenen Restaurierung. Diese wurden nach einer ersten Reinigung entfernt. Weiters erfolgte die Festigung und Kittung von Rissen einzelner Deckenspiegel mittels Spachtelgips und Feinmörtel. Partiell war die statische Sicherung des Hauptgesimses in Form einer Bewehrung durch Nirostastahl notwendig. Schließlich erfolgte die Rekonstruktion und Retusche der Wandmalereien mittels Leimfarben, partiell wurde dabei, je nach Bedarf, Schablonen- oder spolvero-Technik angewandt. Fehlstellen an den bronzierten Stuckfestons wurden mit Schlagmetallauflagen und flüssiger Fertigbronze ergänzt.
Während als Verkleidung im Erdgeschoss Stuckmarmor zum Einsatz kam, finden sich in den restlichen Geschossen die im 19. Jahrhundert für Repräsentationsbauten sehr beliebten Kalksteinarten Aurisina und Adneter Marmor.
Durch den erwähnten Wassereintritt erlitten die Steinteile und Stuckmarmorflächen Risse und Salzausblühungen, gefolgt von zahlreichen Fehl- und Hohlstellen. Die Verwendung von zu sauren Pflege- und Reinigungsmitteln verursachte zusätzlich partielle Verfärbungen. Die Schäden wurden durch sachgemäße Reinigung, Fixierung, und Verkittungen beseitigt, Steinoberflächen durch in Farbe und Material angepassten Kunststeinmörtel ergänzt. Die Stuckmarmor-Oberflächen erfuhren bei größeren Fehlstellen Ergänzungen mittels Alabastergips. Abschließend erfolgte das Schleifen und Polieren der jeweiligen Oberflächen. Die notwendigen Restaurierungsmaßnahmen betreffend Stuckmarmor wurden von der Firma „Atelier Thomas Mahr Stuckmarmorrestaurierungen GmbH“ durchgeführt.
Der ebenfalls durch den Wasserschaden in Mitleidenschaft gezogene, mit Mosaikeinlagen versehene Terrazzoboden wurde gereinigt, ergänzt (tw. mit Originalterrazzo vom Türbereich) und gefestigt, mittels Farbangleichung retuschiert und schlussimprägniert.


Projektdaten:

Adresse: Schubertring 5-7, 1010 Wien
Leistung: Restaurierung Prunkstiege. Reinigung,
               Ergänzung und Rekonstruktion von Stein- und Stuckmarmor-Oberflächen,
               Terrazzoboden sowie Deckenmalereien nach Wasserschaden und Umbauarbeiten.
Leistungszeitraum: Juni 2010 – Februar 2011


Fotodokumentation:

Zustand vor der Restaurierung
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Restaurierung
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Zustand nach der Restaurierung
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Letzte Aktualisierung: 13.02.2017   Impressum  ©2017 Denkmalpflege GmbH & Mag. Klaus Wedenig Restaurierung Konservierung